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Phenolharze



Reaktionsprodukte von Phenol mit Formaldehyd, meist im alkalischen Medium. Bei der Reaktion entstehen drei Zustände: Resol (weitgehend wasserlöslich), Resitol (schmelzbar, aber wasserunlöslich) und Resit (durch Erhitzen entstehen unschmelzbare Hochpolymere). Resol gilt als A-Zustand, Resitol als B-Zustand und Resit als C-Zustand bei der Verharzungsreaktion im alkalischen Milieu. Ph. finden Verwendung als Anfangskondensationsprodukte sowie als fertig auskondensierte Phenolharze. Durch Umsetzung mit Abietinsäure (Kolophonium), Einbau von Weichmachern, Harnstoff- und Melaminharzen, Verätherungen usw. entstehen eine Vielzahl von Harzen mit allen nur denkbaren Eigenschaften, wie Alkyl-, Aryl-, Terpenphenolharze usw. Mit
Kolophonium modifizierte Ph. bilden gewissermassen den Übergang zu den reinen Ph., die Phenol als Hauptbestandteil enthalten. Es gibt härtbare, nicht härtbare, plastifizierte und nicht plastifizierte, ölreaktive, klathärtbare usw. Phenolharze. Nicht härtbare werden als Lösung zwecks Filmbildung aufgetragen und trocknen physikalisch durch Verdunstung der Lösungsmittel. Das Harz als Filmbildner verändert sich durch Erwärmung chemisch nicht mehr. Nach dem Auftragen der Auflösung eines hitzehärtbaren Phenolharzes und Verdunstung des Lösungsmittels bleibt der Film zunächst noch klebrig, wird aber dann bei Hitzeeinwirkung infolge Molekülvergrößerung durch Polykondensation fest. Im Endzustand der Aushärtung ist der Film unlöslich und nicht mehr erweichbar geworden und sehr beständig gegen äußere Einflüsse. Kalthärtende Ph. erhärten nicht durch Wärme sondern katalytisch durch Säurezusatz. Ölreaktive Phenolharze sind zu einer chemischen Umsetzung mit Ölen (Holzöl, Oiticicaöl)befähigt. Öl und ölreaktives Phenolharz werden zusammen verkocht und ergeben dann später außerordentlich stabile Lackfilme. Schwach ölreaktiv sind auch Terpennphenolharze, entstehen durch Umsetzung und Polykondensation von Phenol mit Terpenkohlenwasserstoff.


Sammelbezeichnung für alle Kondensationsprodukte des Phenols und seiner Abkömmlinge mit Aldehyden, Kenton usw., Z.B. auch Bisphenol A, Ausgangsprodukt für die Epoxy- und Polycarbonateharze. Man unterscheidet für die Lacktechnik folgende Gruppen:
1. Nicht härthbare Phenolharze (Novolake). Diese bei Gegenwart von Säuren als Katalysatoren hergestellten Phenolharze verwendet man als Austauschstoffe für Schelllack. Sie sind lufttrockend und nicht aushärtbar durch Hitze oder Säuren.
2. Härtbare Phenolharze (Resole).
Wird die Kondensation mit alkalischen Katalysatoren vollzogen, so gelangt man zu den Phenolharzen, die durch Hitze (Einbrennen) oder Säuren (Kältehärtung bei säurehärtenden Reaktionslacken) auskondensiert werden, wobei sich ein trockener, harter Film bildet. Die Phenolharze sind praktisch Zwischenprodukte, deren Endstufe und Gebrauchswert nach dem Aufbringen auf den entsprechnden Untergrund durch einen einen chemischen Vorgang erreicht wird. Die durch das Einbrennen auf metallischen Untergründen erzielten Filme sind unlöslich, unschmelbar und weitgehend beständig gegen schwache Alkalien, Wasser, Lösungsmittel und Säuren.Phenolharzeinbrennlacke sind daher geeignet für die Innenlackierung von Konservendosen,Treibstoffbehältern und Emballagen für viele saure Produkte (darunter marmelade,Essiggurken, Sauerkraut).Sie werden ausschließlich in der industriellen Lackierung verwendet.
Die Säurehärtung von Resolen wird in der Hauptsache in der Holzlackiertechnik angewandt und geht auf kaltem Wege vor sich. Mit geringen Mengen von z.B.Salzsäure,Phenolsäure oder Sulfonsäure, die man als Härter bezeichnet, findet, wie bei den Einbrennphenolharzen, ein Auskondensieren statt, welches unter Ausspaltung von teils Wasser, teils Formaldehyd zum harten und trockenen Film (Resit)führt. Säurehärtende Phenolharze mit Phosporsäure als Härter werden auch für die Metalllackierung eingesetzt. Die Säurehärtenden Phenolharze müssen plstifiziert sein.
3. Modifizierte Phenolharze.
a) Kunstharzmodifizierte Phenolharze sind Kunstkopale aus Phenolharzen und natürlichen Harzsäuren, z.B. Abiëtinsäure des Kolophoniums (=Albertole,->Lackharze). Ihre weitere Veresterung ,mit Alkoholen, z.B. Glycering, füzhrt zu den harzsäuremodifizierten Phenolharzen; dies sind Lackharze, die nach Verkochung mit trockenden Ölen zur Herstellung von lufttrockenden Anstrichmitteln dienen, welche wetterbeständige, hoch wasserfeste Filme ergeben.
b) Alkylphenolharze.>>Holzölrelative Phenolharze<<, Phenol-Kondensate, die nach Verkochung mit Heizöl sogennante gasfeste lacke ergeben und außerdem eine gute Beständigkeit gegen Wasser,Wetter und Chemikalien besitzen. Viele der handelsüblichen Malerlacke enthalten Alklphenolharze.
c)Terpenphenolharze sind weitere Abwandlungsprodukte, die gleichfalls zur Herstellung von lufttrockenden Lacken dienen.
->Z24,Literatur


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Nachstehend sind nach dem Stand des Jahres 1962 die Veröffentlichung über das Fachgebiet des Anstrichwesens angeführt- innerhalb von sieben Sachgruppen alphabetisch nach dem Verfassernamen bzw. Titel geordnet. Die einzelnen Titel sind numiniert, so dass in Teil I durch Angabe der Nummer auf bestimmte Bücher aus diesem Verzeichnis verwisen werden konnte. Den Titelnachweisn wurde nach Möglichkeit die neuste Ausgabe der Werke angeführt, die vergriffen sind. Sie sind meist nich antiquarisch und in Bibliotheken erreichbar. Für die Aufnahme manches Titels war maßgebend, das das Werk bei der Bearbeitung des vorliegenden Lexikons als Quelle herangezogen worden ist. Nicht aufgenommen sind Veröffentlichungen mit technisch überholten Inhalt, über betriebswirtschaftliche, organisatorische oder Bürotechnische Berufsfragen und in Fremdsprachen gedruckte Werke.



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